Da haben wir den Salat! Selbstversorgung geht ganz einfach

Wahrscheinlich überlegt jetzt gerade der eine oder andere, wie man sich unabhängig vom Einkauf im Supermarkt oder den Gang auf den Wochenmarkt versorgen kann. Glücklicherweise ist gerade die „Herstellung“ von frischen Lebensmitteln garnicht so schwer, wie man denken mag. Es gibt eine Reihe von einfachen Methoden: Wusstet Ihr, dass es gar nicht so schwer und kompliziert ist, aus „Küchenresten“ Euer eigenes Gemüse zu ziehen? Dazu braucht man keinen Garten – die Fensterbank in der Küche mag schon genügen. Blumenerde braucht Ihr auch nicht anschleppen. Unsere Tipps funktionieren auch nur mit Wasser.

Rein technisch betrachtet, kann man eigentlich jede Frucht, jedes Gemüse oder Kräuterlein aus deren Resten oder Samen nachziehen. Das funktioniert besonders gut z.B. mit Salat und Frühlingszwiebeln. Die kann man in der gesunden Küche sowieso ständig gebraucht. Jetzt hat man auch die Zeit, das einmal zuhause zu probieren und somit das eigene Nahrungsangebot wirklich nachhaltig zu bereichern. Für die Kinder ist dies zusätzlich eine lehrreiche Beschäftigung.

In diesem Zusammenhang möchten wir  an unseren Rat erinnern, Gemüse und Obst möglichst komplett aufzubrauchen. Es ist leider schon Gewohnheit für viele Konsumenten, dass man zu viel abschneidet und wegwirft, anstatt ein Obst oder Gemüse bis auf den letzten Rest zu nutzen. Hierzu geben wir an anderer Stelle Tipps.

Hier nun einige Vorschläge, welche Pflanzen man einfach zuhause aufziehen kann.

Salat
Einen frischen Salat kann man das ganze Jahr verwenden. Am frischesten ist er tatsächlich, wenn man ihn unmittelbar nach der Ernte verwendet. Logisch also, diesen zuhause frisch anzubauen. Als „Starter-Set“ braucht Ihr nur den Rest eines Salatkopfes. Genaugenommen das Salatherz. Empfehlenswert ist vor allem Römersalat, weil seine Blätter schön aufrecht wachsen und damit gut auf Fensterblatt oder Regal passen.
Zum Anwachsen nehmt Ihr den „Boden“ des Salatherzes und stellt diesen in ein Einmachglas oder ähnliches Gefäß mit ca. 1-2cm Wasser. Das Gefäß solltet Ihr nun an der Fensterbank so platzieren, dass es ein wenig Sonnenlicht einfängt. Das Wasser muss täglich, mindestens jedoch jeden zweiten Tag, nachgefüllt werden. Schon nach wenigen Tagen aber treiben neue Blätter aus. Lass den Salat wachsen und sorg immer für ausreichend Wasser; braune, welke Blätter aussen sollten entfernt werden. Wenn die Blätter groß genug sind, kannst Du ernten. Das Ganze funktioniert mit den meissten grünen und roten Salatsorten – der Vielfalt steht Nichts im Wege. Mit den passenden, biologischen Gewürzen und Kräutern dazu, wird das eine rundherum nachhaltige Sache.

Frühlingszwiebeln
Die Frühlingszwiebeln sind kinderleicht nachzuziehen: nimm einfach den Wurzelrest einer Frühlingszwiebeln und leg diese in ein Glas mit Wasser. Die Wurzel sollte komplett mit Wasser bedeckt sein und nach unten zeigen. Das Wasser solltest Du alle paar Tage wechseln, damit sich keine Ablagerungen bilden. Nach einer Woche hast Du schöne neue Frühlingszwiebeln. Passen wunderbar auf den selbstgezüchteten Salat. Einen ganz besonderen Tipp zum Salat: Habt Ihr schon mal Hanföl benutzt? Das ist mit das gesündeste Öl für den Menschen und gibt es aus nachhaltigem, heimischen Anbau. Da wird der Salat gesund und rundum gut.

Knoblauchsprossen
Wer kennt es nicht: da liegt eine Knoblauchknolle zu lange herum und schon spriessen die grünen Schößlinge heraus. Wußtet Ihr aber, dass man die auch essen kann. Allerdings nicht die ganz kleinen, frische Triebe. Die schmecken bitter. Es bedarf ein bisschen weiterer Hege, damit man an den genießbaren Teil kommt: Wenn sich an einer Zehe ein grüner Trieb bildet, nimm diese aus der Knolle raus und leg sie in ein kleines Glas mit etwas bodendeckend Wasser unten drin. Nach ein paar Tagen bilden sich erste Wurzeln und kurze Zeit später wird der Trieb oben wachsen. Wenn die Triebe oben ca. 10cm lang sind, kann man ernten. Aber nur das obere Drittel bitte. Der Geschmack ist etwas milder als Knoblauchzehen und die Sprossen kann man gut auf Salat , Gemüse oder Frischkäse geben. Wer diese auf Vorrat aufbewahren will, kann das für wenige Tage tun. Aber bitte auch dann in einer nachhaltigen, umweltschonenden Vorratsbox und nicht in klassischem Plastik.

Fenchel
Ja, auch Fenchel kann man zuhause ziehen. Allerdings nur das Grün des Fenchels, welches auch sehr gut auf Gemüse, Suppen und Salate passt. Dazu einfach die Fenchelknolle in eine Tasse stellen und komplett mit Wasser auffüllen. An einen sonnigen Platz stellen. Wasser regelmäßig austauschen. Es ergibt nahezu einen unendlichen Nachschub an frischem Fenchelkraut. Übrigens auch sehr gut als Tee.

Lauch
Wie bei den Frühlingszwiebeln läßt sich Lauch auch zuhause ganz einfach in einem Gefäß mit Wasser aufziehen. Die Wurzel dazu auch in Wasser stellen, mit den Wurzeltrieben nach unten. Ein Sonnenplatz am Fenster ist ideal als Stellplatz. Wasseraustausch beachten und nach einer Woche hast Du den eigenen Lauch zuhause.

Es gibt noch etliche andere Kräuter, Gemüse und Früchte, die sich so ziehen lassen. Dieser Artikel soll nur als Anregung dienen, es selbst zu probieren.  Wenn Ihr sowieso Küchenabfälle vom letzten Gemüsekauf habt, dann testet es doch zuhause. Für Kinder ist das ein tolles Experiment. Dazu die Freude und der Genuss des selbstgezogenen Gemüses. Das nimmt Euch keiner und ist absolut nachhaltig.

Jetzt seid Ihr dran: zieht Ihr Gemüse in der Wohnung? Welche Erfahrungen und Tipps habt Ihr? Teilt sie uns gerne mit oder schickt Bilder.

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Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.