Ein Strauß Essbares

Gerade jetzt im Frühling und nahenden Sommer fällt es vielen Menschen leichter, mehr Gemüse und Obst zu essen. Die Vielfalt und Auswahl ist meistens sehr groß und insgesamt die Lust auf frische Essenszutaten größer. Der eine oder die andere wagt dann auch den Einstieg in eine vegane oder vegetarische Ernährung . Doch auch dem überzeugtesten Gemüsefan können manchmal die Ideen für kreative Speisen und abwechslungsreiche Lebensmittel ausgehen. Da haben wir Abhilfe und stellen ein paar Blüten vor, die man essen kann und so für eine geschmackliche und visuelle Bereicherung der Gemüseküche sorgen.

Der Klassiker: Zucchini Blüten

Die Zucchini Blüte ist fast schon sowas wie der Klassiker unter den essbaren Blüten. Davon hat jeder schon mal von gehört. Aber zugegeben: wer hat es auch tatsächlich schon mal ausprobiert. Wenn Du also auf dem Markt oder beim Gemüsehändler Deiner Wahl – oder noch besser im eigenen Garten – mal auf Zucchiniblüten stößt, dann greif zu. Sie schmecken einfach roh als blumige Beilage oder Knabberei. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich auch leckere Hauptspeisen daraus gestalten. Es liegt nahe, die Blüte zu füllen: da ist die Fantasie unbegrenzt – mit Gemüsemus oder Reis oder einem pikant abgeschmeckten Kartoffelbrei gefüllt, kann man die Blüte dann auch etwas in Öl ausbacken. Oder man paniert sie mit einem leichten Teig und frittiert die Leckerei. Wer auch Milchprodukte in seinem Speiseplan zuläßt, sollte dabei unbedingt auch die Varianten mit Fetakäse oder Kräuterfrischkäse ausprobieren und darf z.B. Parmesankäse unter den Reis, Gemüsemus oder Kartoffelbrei mischen. Bei der Blüte sollte man übrigens darauf achten, dass man die Blüte umsichtig behandelt und es empfiehlt sich, den Blütenstempel herauszunehmen.

Die Schmackhaften: Gemüseblüten

Allgemein kann man neben der Zucchini auch einige andere Blüten gängiger Gemüse essen. Was für Zucchini stimmt, gilt vor allem auch für andere Kürbisarten. Kürbisblüten sind nämlich ähnlich schmackhaft und zu verwenden. Läßt man aber z.B. auch mal den Brokkoli im Garten seine Blüten treiben, hat man kleine gelbe Knabbereien, die mit ihrem sanft süßen Geschmack ein Highlight auf einem Salat oder Brotauflage bilden. Darüber hinaus gilt das auch für andere Kohlsorten. Die Blüten sind in nahezu allen Fällen ein schöne bunte Geschmacksbombe und lassen sich vielseitig in der Küche einbringen.

Praxistipp: Wenn Ihr z.B. unseren Vorschlag befolgt habt zum Gemüseziehen zuhause, dann habt Ihr evtl ein paar Zwiebeln. Falls diese -aufgrund Euerer intensiven Pflege – tatsächlich auch Blüten treiben, dann ist auch diese essbar und sehr lecker. Das gilt allerdings dann natürlich nicht mehr für die Zwiebel selbst.

Die Intensiven: Kräuterblüten

Wir haben hier auch schon Tipps gegeben, wie man Kräuter besonders dekorativ ziehen kann. Und evlt. ist bei Euch der „Deko-Trieb“ im wahrsten Sinne des Wortes soweit fortgeschritten, dass die Kräuter anfangen zu blühen. Auch das ist gut: Normalerweise ist nicht anzuraten, dass man die Kräuter auf der Fensterbank, Balkon oder im Garten zur Blüte bringt. Denn die Blüte zieht viele Geschmacksstoffe aus den Blättern raus und man nutzt als Kräutergewürz ja typsicherweise „das Grüne“. Doch wo geht der ganze Geschmack hin, wenn die Kräuter tatsächlich mal blühen? Ja – korrekt: in die Blüte. Viele Kräuterblüten – wie z.B.  von Oregano, Basilikum, Minze, Thymian, etc – sind ein schöne Beigabe aufs Butterbrot. Oft sind sie im Geschmack nicht so intensiv wie das eigentliche Kraut, aber gerade deshalb bieten sie sich für den direkten Genuß an; ohne eben nur Geschmacksbeigabe zu sein.

Die Dezenten: Blumenblüten

Blumen sind in vielen Fällen auch irgendwie Kräuter. Das ist insbesondere der Fall, wenn man sich ein paar blumige Essensbeigaben beim Spazierengehen sammelt. Klassisch sind da schon Löwenzahnblüten und Gänseblümchen. Hier kurz der Hinweis, dass man diese am besten nicht an Stellen sammelt, die regelmäßig von gassigehenden Hunden besucht werden oder allzunah am Strassenrand liegen. Auch die Blüten vom Klatschmohn und Malven sind essbar und vor allem für Kinder ein toller Farbklecks auf dem Quark, Milchreis oder in einem Eistee (z.b. im Eiswürfel eingefroren). Keine Angst: der Klatschmohn ist völlig ‚rauschfrei‘. Wer es pikanter und würziger mag, pflückt sich ein paar Lavendelblüten oder Hibiskus. Die findet man heutzutage ja auch in vielen Gärten und Balkonen. Ganz klassisch sind Rosenblüten: alle Rosen sind essbar (also die Blüten – von den dornigen Stengel raten wie eher ab) und beim Sammeln solltet Ihr sicher sein, dass die Pflanzen ungespritzt sind. Eine Rosenbowle ist ein Sommer-Highlight. Aber am Anfang eher zaghaft einsetzen: der Geschmack von Rosen kann sehr intensiv sein und ist nicht jedermann’s Sache. Ähnliches gilt für Veilchen. Das sollte man sich auch erst langsam heranwagen, da der Geschmack ebenfalls intensiv ist.

Welche Blüten habt Ihr am liebsten? Wer hat schon mal einen Strauß Essbares verschenkt? Hattet Ihr auch schon mal eine essbare Tischdeko aus Blüten gemacht? Das ist nämlich ein sehr nachhaltiger Ansatz für die nächste Feierlichkeit. Dazu dann noch ökologisches, nachhaltiges Geschirr und die nachhaltige Festtafel ist komplett – inkl. gutem Gewissen.

Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.