Eine Explosion, die Gutes tut: Seedbombs!

Gestern gaben wir Euch den Tipp, die gegenwärtige „Ruhezeit“ einmal für den achtsamen Blick aus dem Fenster zu nutzen. Die Natur draußen zeigte vielerorts nun schon mehr oder weniger starke Zeichen des Frühlings. Doch nicht überall grünt und blüht es. Immer wieder finden sich karge Stellen und leere, graue Flächen. Da lockt es doch, diese auch zu begrünen.

Deshalb haben wir heute die Idee für Euch, zuhause sogenannte „Seedbombs“ zu basteln. Seedbombs – oder Saatgut-Kugeln – sind kleine, etwa Tischtennisball-große Bällchen aus Tonpulver, Erde und Samen. Sie werden benutzt, um brachliegende Flächen zu begrünen und zu verschönern. Nach dem Werfen der Seedbombs auf die entsprechende Fläche brauchen sie nur noch den ersten Regenschauer und schon bald fangen die Samen an zu keimen.

Die Idee der Seedbombs kommt aus der Urban Gardening Bewegung. Man suchte einen einfachen, praktischen Weg, um kleine Brachflächen in der Stadt unkompliziert zu begrünen. Die Seedbombs kann man problemlos mit sich tragen und dann dort abwerfen oder unbemerkt fallenlassen, wo eine Fläche nach mehr Begrünung und bunten Blumen lechzt. Es entstehen dann kleine Blumenwiesen, Wildkräuterecken und Gräser-Biotope, wo bisher nur öde, braune Erde war.

Habt Ihr beim Ausblick vom Fenster oder Balkon etwa ein paar entsprechende Flächen entdeckt? Dann macht doch eine kleinen Wettbewerb daraus, wer vom Fenster aus die Seedbombs am nächsten zum gewünschten Zielpunkt werfen kann: ein Seedbomb Boule (oder Bocchia) sozusagen.

Idealerweise nimmt man als Saatgut daher robuste Pflanzen, die auch gut für Insekten und Bienen sind. Entsprechende Mischungen findet man in jedem Garten-und Baumarkt, aber oft auch in Supermärkten. Wer wagemutiger ist, begrünt die Flächen mit unkomplizierten Gemüsen und Kräutern, wie z.B. Radieschen, Rucola, Kresse, etc. Auch die übrigen Zutaten für die Seedbombs gibt es in fast jedem Supermarkt und sind daher auch in diesen Zeiten gut erhältlich.

Seedbombs – so wirds gemacht

Für ca. 6-8 Kugeln benötigt Ihr:

  • ca. 4-5 EL Blumenerde
  • ca. 4-5 EL Tonerde (es gibt Katzenstreu, dass überwiegend aus Tonerde besteht und ideal hierfür ist)
  • ca 1-2 TL Saatgut
  • Wasser

Die „Zutaten“ alle mischen und soviel Wasser zugeben, dass ein geschmeidiger, formbarer „Teig“ entsteht. Der Teig sollte fest und geschmeidig genug sein, um kleine, feste Kugeln daraus zu formen. Diese dann 2-3 Tage an der Luft trocknen lassen, bis sie hart geworden sind. Danach sind die Seedbombs einsatzfähig.

Das Herstellen der Seedbombs ist eine etwas „schmierige“ Angelegenheit – also nicht die besten Sonntagskleider dabei tragen. Die Kinder werden den Spaß aber lieben.

Die Seedbombs kann man zum Trocknen gut in Eierschachteln ablegen und sie dort auch aufbewahren. Will man sie länger aufbewahren, empfiehlt sich die Lagerung in Eierschachteln oder Tüten an einem dunklen Ort. Vereinzelt können sie aber zu sprießen beginnen. Damit sollte man rechnen nach einigen Wochen. Beim Auswerfen der Seedbombs bietet sich an, dies kurz vor einem Regenguss zu tun. Dann lösen sich die Kugeln auf und das Saatgut und Erde können sich verteilen.

Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.