Die Natur durch Kunst erleben

Die Natur war schon immer ein beliebtes Motiv für Künstler. Wer kennst sie nicht, die berühmten Gemälde der Natur: van Gogh’s Sonne, Monet’s Seerosen, oder Friedrich’s Kreideklippen. Jede Kultur der Welt hat Darstellungen der Natur. Die ersten Zeichnungen, die Menschen jemals machten, sind die Höhlengemälde von Wildtieren. Der künstlerische Ausdruck ist eine Eigenschaft, die den Menschen von allen anderen Lebewesen abhebt. Umso bezeichnender – im wahrsten Sinne des Wortes – ist es, dass wir als Menschen die Natur als unser Lieblingsmotiv wählen. Es zeigt unsere tiefe Verbundenheit mit der Umwelt und den natürlichen Elementen um uns herum. Der Anblick eines Bildes eines Waldes beruhigt uns – fast schon so sehr als seien wir gerade direkt im Wald spazieren.

Die Verbindung Kunst und Natur kann aber jeder selbst praktizieren. Dazu braucht es kein außergewöhnliches Talent. Selbst Hilfsmittel sind überflüssig: Die Natur schenkt uns die Materialien und die Leinwand. Simple Naturgemälde im allerureigensten Sinne kann jeder mit offen Augen und wenigen Handgriffen gestalten. Wir sprechen hier von eine Idee für ein achtsames Erlebnis draussen in der Natur: wir nehmen uns ein wenig Zeit und suchen die Materialien zusammen. Aus Tannenzapfen, Blättern, Blüten und Steinen lassen sich schöne Bilder gestalten. Der Boden ist die Leinwand. Zweige, Gräser und vielleicht die eine oder andere gefundene Feder bereichern die Gestaltung. Es gibt keine Vorgabe und keine künstlerische Bewertung. Lass Dich einfach von der Natur, deiner Stimmung und den Materialien inspirieren. Du wirst große Freude dabei haben – und für Kinder ist es ein toller Spaß.

Der Künstler Day Schildkret in USA hat das Thema professionalisiert. Wer so einen Namen hat, muss zwangsläufig Poesie in der Natur bewirken: Er legt wahre Kunstwerke in den Waldboden. Auf seiner Website „Morning Altars“ finden sich wunderschöne Gestaltungen und Ideen für kreativen Umgang mit den Materialien. Seine Arbeit ist inzwischen so bekannt und beliebt, dass sich daraus eine ganze Bewegung entwickelte.

Wenn wir schon von Bewegung reden: Eine Kunstform anderer Art im Zusammenspiel mit Natur hat seit einiger Zeit in England und Frankreich immer mehr Fans gefunden. Bei der Aktion „Not just weeds“ wird das Thema Urban Gardening oder Guerilla Gardening einmal ein wenig anders angegangen. Mit Kreide schreiben unbekannte „Künstler“ die Namen der Pflanzen, die sich auf dem Strassenrand, Fussweg oder Mauerecke finden. Der unbedarfte Spaziergänger soll somit auf die Natur in seiner direkten Umgebung aufmerksam gemacht werden. Des weiteren will man auch wieder das Wissen über gängige Pflanzen beleben. Immer weniger Menschen kennen die Pflanzen oder deren Namen, die überall um uns herum wachsen. Noch weniger kennen die Menschen auch oft die natürlichen Heilkräfte der Pflanzen: denn das Bild des „Unkrautes“ suggeriert auch immer eine Wertlosigkeit. Doch jede Pflanze hat ihren Wert – und sei es nur, uns mit durch ihren Anblick zu beglücken.

Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.