Lebensmittel nachhaltig lagern: die kluge Vorratsspeicherung

Krisenzeiten , Hamsterkäufe, Quarantäne-Massnahmen, etc – so viele Stichworte in diesen Tagen verbunden mit der Diskussion um das richtige Maß an Notproviant. Gehört es denn nicht zum überlegten, nachhaltigen Haushalten, dass man sich grundsätzlich Vorräte anlegen sollte? Von daher ist vielleicht manche Aufregung in diesem Zusammenhang überflüssig – eher sollte man dies zum Anlass nehmen, die eigene Vorratshaltung zu überprüfen und gezielt einen Grundstock an Vorräten anlegen. Es schadet ja nicht, wenn man bestimmte Dinge immer im Haus hat.

Um Euch diese Aufgabe zu erleichtern, haben wir hier nun ein paar grundsätzliche Tipps dazu, welche Lebensmittel denn besonders lange eingelagert werden können. Da gibt es nämlich auch so einige Mythen, wie die kürzlich geführte Diskussion um Mindesthaltbarkeitsdaten zeigte.

Die Grundausstattung: Einmachgläser und ähnliche Gefäße

Gleich vorneweg empfehlen wir die Anschaffung von allen Arten von Einmachgläsern. Diese gibt es immer wieder mal im Angebot im Supermarkt, beim Discounter, Heimwerkermarkt oder im Kaufhaus. Da sollte man zugreifen. Auch gebrauchte Marmeladengläser oder von Essiggurken und ähnlichen Produkten lohnt es sich unbedingt zu behalten. Denn sie sind ideale Gefäße zum Aufbewahren von Lebensmitteln (und allem anderen Kleinkram sowieso). Denn wer seine Lebensmittel lange aufbewahren will, sollte auf Plastik- oder Kunststoffbehälter verzichten. Nachwievor ist nämlich unklar, ob nicht doch irgendwelche Chemikalien vom Kunststoff auf die Lebensmittel übergehen – eben ganz besonders bei langer Lagerung. Blechdosen und Konserven scheinen eine gute, wenn auch zwiespältige Alternative: denn schon kleinste Beschädigungen im Gefäss können das Lebensmittel in Mitleidenschaft ziehen und verderben. Außerdem ist der Energieaufwand für deren Herstellung nicht besonders nachhaltig. Also, immer schön Gläser sammeln und darauf achten, dass der Verschluss noch gut sitzt und dicht schließt. Im Notfall kann man übrigens den Verschluss auch rundherum mit Kerzenwachs abdichten, wenn man ganz sicher gehen will.

Reis und Nudeln

Jeder mag sie und sie kommen in deutschen Küchen gerne auf den Tisch: Gerichte mit Reis oder Nudeln. Diese beiden ‚Grundnahrungsmittel‘ lassen sich auch lange aufbewahren. Reis kann man gut n Gläser füllen und diese dicht verschliessen. Dann hält er locker über 2 Jahre oder länger. Vorsicht ist geboten bei Naturreis. Er sollte nur 1 Jahr aufbewahrt werden. Das liegt an der Fettschicht, die den Reis umgibt: diese kann ranzig werden. Das ist zwar nicht gesundheitlich bedenklich – doch schmeckt ranziger Reis einfach nicht. Pasta ist laut Herstellerangaben meisst bis zu einem Jahr haltbar. Doch kann man diese bedenkenlos länger aufbewahren. Die längere Lagerzeit beeinträchtigt lediglich den Geschmack. Daher sollte man evlt. auch diese nach einem Jahr austauschen, denn keiner mag Nudeln zu essen, die wie Pappe schmecken. Übrigens empfiehlt sich eher ‚kleinteilige‘ Pasta zu bevorraten (also keine Spaghetti oder Maccaroni etc; denn diese kann man besser in die Gläser packen und darin halten sie sich dann lange.

Hülsenfrüchte

Erbsen, Bohnen, Linsen sind Klassiker bei der Vorratshaltung. Alle müssen jedoch in getrocknetem Zustand sein. Dann ab in die Gläser, dicht verschliessen, und Du kannst sie nahezu ewig aufbewahren. Der absolute Rekordgewinner ist dabei getrocknete Bohnen. Diese haben praktisch kein Verfalldatum hinsichtlich ihres Nährwertes. Allerdings müssen sie ggf. länger gekocht werden, wenn sie mal über 2-3 Jahre gelagert wurden und werden evtl. auch nicht mehr komplett weich.

Saures

Zu Bohnen nimmt der Genießer gerne einen Schuss Essig. Die gute Nachricht ist: insbesondere weißer Essig hält sich ganz, ganz lange und völlig unbedenklich. Generell empfiehlt es sich daher, weißen Essig immer in größeren Mengen zu kaufen, wenn man auf ein gutes Angebot trifft. Der Essig läßt sich nutzen, um auch Gemüse einzulegen (was sich dann auch lange hält) oder um ihn anderweitig im Haushalt einzusetzen. Essig ist ein tolles, natürliches Putzmittel und vielseitig verwendbar. Da sollte man immer genug im Haus haben.

Süßes

Noch eine gute Nachricht: Zucker hält sich – wenn luftdicht verpackt – auch unendlich. Denn Zucker verhindert Bakterienwachstum. Noch besser: natürliche Süßungsmittel wie Honig oder Ahornsirup sind ebenfalls unendlich lagerbar. Auch süß eingelegte Früchte oder Marmeladen können einige Jahre eingelagert werden. Hier ist lediglich manchmal die Gefahr von Schimmel: das kommt durch eingeschleppte Bakterien bei der Zubereitung. Deshalb gilt: je sauberer man bei der Zubereitung arbeitet, desto länger die Haltbarkeit.

Getränke

Natürlich gehört ein guter Vorrat an Trinkwasser ins Haus. Wir raten davon ab, das eigene Leitungswasser abzufüllen und anzulegen. Das kann man zuhause auf Dauer einfach nicht keimfrei halten. Hier sollte man doch lieber zum Mineralwasser in der Flasche greifen. Viele nehmen gerne die großen Plastikflaschen für den Vorrat. Das ist leider nicht besonders nachhaltig: Plastikflaschen kosten große Energie bei der Herstellung, produzieren unnötigen Müll und geben im schlimmsten Fall sogar Schadstoffe ans Wasser ab bei langer Lagerung. Zwar sind Wasserflaschen etwas unhandlicher bei der Lagerung, jedoch eben auch die wesentlich nachhaltigere Lösung.

Eine freudige Botschaft haben wir aber auch für die Genießer bzgl. Getränke: Viele Tee-Sorten (am besten lose Tees in dichten Verpackungen) und Instant-Kaffee halten sich auch sehr lange. Man hat im schlimmsten Fall nur eine Geschmacksbeeinträchtigung. Und die kann man auch mit dem folgenden Tipp ausgleichen: hochprozentiger Alkohol ist auch zeitlich unbegrenzt haltbar. Wenn der Tee also nicht mehr so gut schmeckt, kann man ein Schuss Whiskey reingiessen.

Womit wir beim abschließenden Tipp wären: um den Vorrat regelmäßig auf dem neusten Stand zu haben, macht doch einfach am Ende der Cocooning Phase ein Vorratsparty. Schaut, welche Lebensmittel langsam erneuert werden sollen und verbraucht diese bei der Party. Ob Ihr dann dabei den eingelagerten Alkohol auch angreift, ist Euch überlassen 😉

#cocoon2bloom Bleibt gesund!

Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.