Nachhaltig Reisen liegt im Trend: Worauf Du achten solltest

Die Corona Pandemie scheint fürs erste einmal gebannt. Viele Menschen wollen nach Wochen der Isolation und „zwangsweisem“ häuslichem Aufenthalt wieder raus in die Welt. Doch Corona hat die Perspektive verändert: Reisen ist nun nicht mehr im gleichen Stil und Umfang möglich wie zuvor. Der Wunsch nach Nachhaltigkeit hat auch in der Tourismusbranche für ein Umdenken gesorgt. Der Trend zu nachhaltigem Reisen ist schon seit einigen Jahren erkennbar. Nun rückt er verstärkt ins Bild und nachhaltige Kriterien spielen für immer mehr Urlauber eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Reiseziels.

Wie schlägt sich dieser Trend nun in der Branche nieder?

Verzicht auf Minibars, Vertikalgärten und Toiletten mit Regenwasser – die Hotelindustrie ist im Wandel und setzt dabei auf den „Grünen Punkt“. Immer mehr Hotelgäste möchten mit gutem Gewissen reisen. Schon vor einigen Jahren zeigten Branchenstudien, dass eine überraschend hohe Anzahl an Touristen sich einen nachhaltigen, ökologisch korrekten Urlaub wünschen würden. Dieser Trend begann schon etwa vor etwa 10-20 Jahren mit einer kleinen Minderheit an Urlaubern und gewann seither immer mehr an Bedeutung. Zusätzlich schauen die Reisenden inzwischen auch vermehrt auf Nachhaltigkeit in allen Aspekten: so wünschen sich viele Reisegäste auch einen sozialverträglichen Urlaub, faire Arbeitsbedingungen und Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung am Urlaubsort. Die Studien zeigen immer öfters auf, dass die ökologischen und sozialen Aspekte des Tourismus als wichtig angesehen werden und – die Branche wird es freuen – die Touristen würden dafür sogar tiefer in die Tasche greifen: durchschnittlich 8 Prozent mehr würde man für den nachhaltigen Tourismus ausgeben wollen. Die Tourismusindustrie stellt sich demnach auf die wachsende Anzahl an ökologisch orientierten Kunden ein. So wird die „Öko-Welle“ schnell zum Marketingelement, ohne dass wirklich ökologisch gewirtschaftet wird. „Green-Washing“ nennt sich dieses Phänomen und wird auch bei den Hoteliers und Reiseveranstaltern gerne zu Werbezwecken genutzt.

Angebote hinterfragen

Für den Kunden heisst das, Angebote zu hinterfragen. Etwas Orientierung und eine gute Hilfe bieten die touristischen Umweltsiegel. Jedoch sind diese Siegel, gegenüber den Lebensmittel-Siegeln, noch recht unbekannt. Bislang gibt es international noch kein vereinheitlichtes Siegel. Ein guter Ansatz in Deutschland bietet das Label Viabono. Viabono steht für umweltorientierte Hotels, Gaststätten, Campingplätze und Tourismusgemeinden. Weitere Siegel wie die EU-Blume oder das Schweizer Steinbock Label  sind unter Reisenden leider noch nicht sehr weit verbreitet und eher unbekannt. Um Nachhaltigkeit im Tourismus messbar machen zu können, so z.B. der Verbandsleiter des „Forum Anders Reisen“, muss ein Verfahren entwickelt werden, bei dem die Reiseveranstalter verbindliche Umweltstandards garantieren sollen. Das „Forum Anders Reisen“ ist ein Zusammenschluss von Reiseveranstaltern, die nachhaltige Reisen anbieten. Die Reiseveranstalter verpflichten sich Nachhaltigkeitsberichte vorzulegen, die dann ein unabhängiges Gremium überprüft. Sind die Kriterien überprüft und alle Anforderungen erfüllt, erhalten sie das Zertifikat „CSRcertified“. Der Kunde hat somit die Möglichkeit die einzelnen Veranstalter nach bestimmten Kriterien zu vergleichen und eine für sich passende Auswahl zu treffen.

Die Tourismus-Branche macht sich also auf den Weg. Urlaubsorte werden zu autofreien Gebieten erklärt, Gästen wird Bus und Bahn kostenlos angeboten und Hotels stellen auf umweltbewusste Betriebsführung um z.B. durch Nutzung umweltverträglichen Geschirrs, entsprechenden Putzmittel und Kosmetika für den Gast. Trotz dieser erfreulichen Bewegung liegt es jedoch vor allem an uns Touristen. Wir sind diejenigen, die entscheiden welche Destination wir buchen. Muss es wirklich die Fernreise sein oder entscheide ich mich für den Urlaub mit der Bahn in Deutschland? Die Klima- und Umweltrechnung ist recht einfach. Wer nahegelegene Urlaubsorte wählt und diese mit der Bahn oder mit dem Bus oder mit der Mitfahrgelegenheiten bereist, verursacht deutlich weniger Emission. Und wer doch die Fernreise mit dem Flugzeug wählt, hat immer noch die Möglichkeit die verursachte Umweltbelastung durch eine Klimaspende zu kompensieren.

 

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Thomas Killer
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"Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können Sie das Gesicht der Welt verändern."