Vegetarisch oder vegan leben – so gelingt der Einstieg

Wenn man damit neu beginnt, eine vegetarische oder vegane Ernährung zu pflegen, ist das manchmal nicht so leicht. Zwar sagt einem der Verstand, dass es gesund und umweltfreundlich ist, doch Appetit und Lust sind nicht immer da im Einklang mit der Ratio. Wir haben hier ein paar Ratschläge zusammengestellt, um die Umstellung auf vegetarisches Essen ein wenig zu vereinfachen und vor allem, praktikabel im Alltag umzusetzen.

Die Kohlenhydrat-Falle:

Kennt Ihr den Begriff „Nutella-Vegetarier“? Das sind sogenannte Vegetarier, die sich hauptsächlich von Pasta, Kartoffelgerichten (am liebsten in Form von Pommes) und kohlenhydratreichen Aufstrichen wie Nutella ernähren. Abgesehen davon, dass Industrieprodukte weniger umweltfreundlich sind, ist dass eine auf Dauer ungesunde Ernährung. Wer Nudeln mag, sollte auf die Vollkorn-Variante umsteigen, zb. aus heimischen Kornsorten im Bio-Anbau. Dazu frisches Gemüse und ein leckeres Pesto. Dann ist man auf gesunde, nachhaltige Art satt.

Süße Begierde

Eine weitere Falle, der Kohlenhydrat-Lust nicht unähnlich, ist die Lust auf etwas Süßes. Schokolade ist vegetarisch, doch selten vegan. Gummibärchen enthalten gelegenlich gar tierische Gelantine. Eine Alternative sind süße Obstsorten. Auch gibt es eine große Auswahl an leckeren Fruchtaufstrichen, die in vielen Fällen auch vegan sind.

Variationen und Frequenz

Wichtig für den Einstieg ist, dass man Rezepte und Lebensmittel variert. Es lohnt sich deshalb, in ein oder zwei gute Kochbücher zu investieren. Die sollten dann auch studiert werden und nicht im Regal einstauben. Mach Dir am Wochenende einen Plan, was Du die nächsten Tage kochen willst und kauf die Zutaten frisch ein. Wir haben Tipps, wie man Gemüse und Obst frisch hält. Halte Dich an den Plan und Rezepte – gut: wer es sich zutraut, darf natürlich auch improvisieren und kreativ sein, solange man bei der vegetarischen und gesunden Linie bleibt. Ein guter Tipp für den vegetarischen oder veganen Anfänger ist übrigens, sich eine gewisse Anzahl an „Rückfällen“ zu erlauben. D.h. man baut in den Plan bewusst auch mal Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch oder andere nicht-vegetarische Lebensmittel ein für den ersten Zeitraum der Umstellung. Für die schwierigen Fälle geht man den umgekehrten Weg: man fängt also an, sich ein oder zwei Tage fest vorzunehmen, an denen man komplett auf tierische Produkte verzichtet.

Das Gleiche in vegetarisch / vegan

Eine gute Übung, um mehr Obst und Gemüse in den Alltag zu integrieren: Oft hat eine „tierische Mahlzeit“ auch eine vegetarische oder vegane Variante. Es geht auch eine Pizza ohne Salami, Schinken oder Tunfisch. Am Dönerstand gibt es meisst auch sehr herzhafte Veggie-Döner und Falafel sind ein sehr schmackhafte Alternative, für den Liebhaber fritierte Zutaten. Nudeln mit einer Gemüse-Bolognese sind ebenso ein Geschmackserlebnis wie mal ein Feldsalat mit vielen Nüssen, Croutons und Sprossen anstatt Speckwürfeln oder Fleischstreifen. Es gibt auch sehr gut gemachte, geräucherte Salze oder gegrillte Gemüse, die einen das Fleisch oder Schinken nicht vermissen lassen. Wer es garnicht „ohne“ kann, probiert mal die veganen oder vegetarischen Produkte auf Basis von Soja. Aber bitte auf Zutaten und Herstellung achten, damit man da nicht in die Industrie- und Chemiefalle tappt. Jedenfalls lohnt es sich zu experimentieren und auszuprobieren, was man ohne tierische Produkte aus bewährten Rezepten machen kann.

Ausgehen als Feld-Recherche

Inzwischen bieten viele Restaurants endlich auch eine gute Auswahl an vegetarischen Gerichten an. Früher wurden diese Angebote eher sehr stiefmütterlich auf der Speisekarte behandelt und die vegetarischen Optionen erschöpften sich in den meisten Lokalen auf eine lieblos zubereitete Gemüsepfanne oder Nudelgericht. Doch nehmen zum Glück immer mehr gastronomische Betriebe den Trend auf und bieten nun wirklich kreative Produkte an, die ohne tierische Zutaten auskommen. Da macht das Testen Freude und bietet viele Anregungen für das Nachkochen zuhause. Insbesondere die Lokale mit exotischer Küche sind da eine große Fundgrube. Auch die nächste Urlaubsreise oder den Wochenendtrip kann man bewusst dazu nutzen, neue vegetarische Eindrücke zu sammeln. Hier empfehlen wir auch unsere Tipps für nachhaltiges Reisen.

Gesundheit geht vor

Wer konsequent auf vegetarische oder eine vegane Lebensweise umsteigt, sollte dies auch mit dem Hausarzt besprechen. Es ist sehr wichtig, dass die Nahrung den Körper umfassend und vollständig mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Gerade eine einseitige Ernährung – wie zb. bei den oben erwähnten Nutella-Vegetariern – kann schnell zu Mangelerscheinungen führen. Deshalb ist wichtig, dass man für eine abwechslungsreiche Küche sorgt und viele frische Lebensmittel einbaut. Zusätzlich sind einige Produkte besonders wertvoll, die man auch ruhig täglich zu sich nehmen kann. Auch Nussmischungen ergänzen die tägliche Ernährung auf gesunde und nachhaltige Weise. Die schmecken lecker und bringen zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße auf abwechslungsreiche Art in den Alltag und sind leckeres Naschwerk und Snack für zwischendurch.

Mit diesen kleinen Tipps ausgestattet, sollte der Einstieg nicht allzu schwer fallen. Oder was meint Ihr? Welche Erfahrungen und Ratschläge habt Ihr?

Christian Knäbel
ck@globalmediaconsult.com

Christian Knäbel ist ein erfahrener Unternehmensberater und Coach. Er berät Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, weltweit in der Medien- und Telekommunikationsbranche in Projekten zu Strategie, Business Development und Nachhaltigkeit. Sein Motto: Nachhaltig leben sollte kein Hexenwerk sein: praktisch und in kleinen Schritten kann jeder was tun.